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Die aufwändige Herstellung der Anker-Bausteine
Das Rezept und die Maschinen zur Produktion hatten die Brüder Lilienthal, sicherlich experimentell, bereits erfunden, als Richter ihnen Rezept und Maschinen günstig abkaufte und zum Patent anmeldet – er hatte das Potential des Produkts gleich erkannt. Nach dem Schließen des Betriebs im Jahre 1963 ging das wohlgehütete Rezept, d.h. die spezielle Mixtur, verloren.
Als 1993 in Rudolstadt der Berliner Georg Plenge die Fabrikation wieder starten wollte, erwies es sich als äußerst schwierig, die richtige Mischung der so einfach scheinenden Grundkomponenten Quarzsand, Leinöl, Kreide sowie von Farbpigmenten zu finden, erst 1995 war es soweit. Auch heute bleibt es ein herausfordernder Prozess, denn die Mixtur reagiert empfindlich auf Klimaschwankungen. Die Herstellung von Anker-Bausteinen ähnelt in Grundzügen dem Kuchenbacken.

Und so geht es: 

Herstellung der Masse
Die Masse wird aus Quarzsand, Leinöl, Kreide sowie Farbpigmenten im Mischer angerührt. Dies dauert mehrere Minuten, bis eine homogene, feuchte Masse entsteht.

Formen und Pressen
Dann wird die Masse in eine metallene Form gegeben und gepresst, entweder in der Handpresse, der halbautomatischen Presse oder dem Pressautomaten. Dabei wirken bis zu 14 Tonnen Druck. Die Formen selbst, immerhin gibt es fast 1000 verschiedene Steine, sind ein großer Schatz, denn jede Form wird von einem Werkzeugmacher erstellt und ist daher teuer und kostbar. Übrigens werden die Formen auch regelmäßig nachgearbeitet, damit sie dauerhaft präzise bleiben.

Qualitätskontrolle
Sie erfolgt manuell; hier wird geprüft, ob alle Steine von den Maßen und der Konsistenz her den hohen Ansprüchen genügen.

Trockenofen
Dann werden die Steine auf große Bleche geschoben und in großen Öfen ca. 10 Stunden bei 100°C gebacken.

Lagern und einsortieren
Die fertigen Steine kommen erst ins Steinlager, dann werden sie manuell in die entsprechenden Steinbaukästen einsortiert. 

Dieser Herstellungsprozess macht deutlich, dass es sich hier weniger um einen Fabrikbetrieb als vielmehr um eine Manufaktur handelt, d.h. es wird mit den Händen gearbeitet. Jeder Arbeitsgang ist individuell und wird von einem Mitarbeiter betreut. Dies garantiert die gleichbleibend hohe Qualität des Produktes und erklärt zugleich die vergleichsweise hohen Preise.

Ein Spielzeug für alle Bevölkerungsschichten waren Anker-Bausteine daher nie. Aber im Gegensatz zu vielen anderen Systemspielzeugen, die sich ab 1900 aus Metall und Holz entwickelten, z.B. Meccano, Matador und Stabil, haben die Anker-Steinbaukästen, wenn auch mit Unterbrechungen, den Weg ins 21. Jahrhundert gefunden. 


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